Die Angst vor dem leeren Blog…

…gibt es das? Vielleicht.

Eigentlich absurd, schließlich ist der erste Blogeintrag vermutlich einer der am wenigsten gelesenen überhaupt. Noch hat dieser Blog keine Leserinnen oder Leser. Sollte sich das einmal ändern, dann wird wohl kaum jemand mit dem ersten Post beginnen wie mit dem Vorwort in einem Buch.


Der us-amerikanische Anthropologe Michael Wesch hat mit seinen Studierenden einmal systematisch die ersten Einträge in diversen Video-Blogs auf YouTube untersucht (er berichtet davon in diesem sehenswerten Video). Dabei beobachtet er ebenfalls eine große Unsicherheit bei vielen neuen Video-Bloggern. Seine Erklärung: Der soziale Kontext kollabiert. Der soziale Kontext – das ist hier ein zumindest potentiell vorhandenes Millionenpublikum, an das man sich auf YouTube richtet. Dieses Publikum ist aber nicht anwesend. Tatsächlich sitzt man zumeist allein vor dem Computer und blickt lediglich in eine kleine Kameralinse.

Diese Beobachtung erklärt sicher einen Teil der Unsicherheit, unterscheidet das (Video-)Bloggen aber nicht von anderen Formen medialer Kommunikation. Selbst bei einem handschriftlich verfassten Brief ist der Adressat nicht anwesend, der soziale Kontext also in diesem Sinne ‚kollabiert‘.

Meine Vermutung wäre eher: Uns (in diesem Fall: mir) fehlen die sozialen Regeln, wie man mit dieser Situation umgeht. Wir alle haben gelernt, wie man einen Brief eröffnet, dass am Anfang eines Artikels eine Einleitung kommen sollte, ein Buch mit dem Vorwort beginnt. Aber ein Blog? Gibt es soziale Regeln für den ersten Blogpost? Ich weiß es nicht…

Was sicher passt: Ein herzliches Willkommen an alle Leserinnen und Leser, die hierher gefunden haben! Außerdem noch eine Zusage: Nachdem die Hürde des ersten Posts mit diesen etwas wirren Selbstreflektionen überwunden ist, folgen im nächsten Eintrag ein paar sinnvollere Ausführungen zu Inhalt und Zielen dieses Blogs – versprochen!

1 Response to “Die Angst vor dem leeren Blog…”


  • Ich glaube nicht,d aß es diese Angst gibt. Aus eigener Beobachtung und als Schriftsteller kann es diese Angst nicht geben, weil wer einen Blog eröffnet meistens weiß, daß er was zu sagen hat. Es gibt einen ursächlichen Impuls zu schreiben. Das ist wie bei einem Autor. Die Angst vor dem weißen Blatt oder dem leeren Blog kann es nur geben, wenn der Blog bereits läuft. Wenn einem nichts mehr einfälllt. Wenn man merkt daß das schreiben eines blogs aufwendig ist banal wird oder einfach nur langweilig weil es kein eleser gibt.
    Lg
    Raimund

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