Qualitative Interviews am Telefon oder online durchführen – Informationen für Studierende

(Aktualisiert im Oktober 2020)

Angesichts der aktuellen Coronavirus-Pandemie habe ich für meine Studierenden an der Hochschule Luzern Informationen zusammengestellt, worauf man bei der telefonischen Durchführung von qualitativen Interviews achten sollte (einschliesslich Zoom, Skype o.ä.).

Ich habe die Infos auch über die QSF-L Mailingliste verteilt und sie sind bereits an verschiedenen Hochschulen und Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Einsatz.

Vers. 0.2 (September 2020): aktualisiert und insbes. um Informationen zu Zoom ergänzt, als PDF oder Word-Dokument.

Vers. 0.1 (März 2020): die originale Version als PDF oder Word-Dokument

Die Dokumente stehen unter der CC 0 Lizenz (gemeinfrei), können also ohne jegliche Einschränkung weiter verwendet werden.

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5 Comments

  1. Besten Dank für die Handreichung! Ich hatte das Problem vor einiger Zeit in meiner Masterarbeit, als ich finanziell bedingt nicht zu meinem Interviewpartner reisen konnte. Ich habe es damals so gelöst: Durch die Integration von Apples Geräten kann man Telefonate mit dem iPhone auch auf dem Mac führen. Ich habe also über Facetime auf dem Mac mit meinem iPhone meinen Interviewpartner angerufen und so die Tonspur direkt auf dem Mac gehabt. Da habe ich dann mit Software ecamm Call Recorder for FaceTime die Tonspur mitgeschnitten. Hat sehr gut funktioniert. Leider gibt es die Software nicht mehr. Audio Hijack von https://rogueamoeba.com sollte das aber können. Hab es leider noch nicht selbst getestet. Und ist natürlich eine sehr, sehr voraussetzungsvolle Lösung, da sehr teuer. Vielleicht gibt es unter Android/Windows ähnliche Workarounds, das weiß ich leider nicht.

    1. Danke für die Infos, Jan! Da ich selbst kein Apple-Nutzer bin, sind da Auskünfte von anderen besonders wichtig. Ich bin immer wieder erstaunt, wie kompliziert eine eigentlich so simple Sache ist…

  2. Lieber Herr Dröge, ich habe für meine Masterarbeit zum Phänomen Online-Dating-Apps 10 verstehende Interviews im Sinne Kaufmann über Skype geführt. Die Interviews verliefen einfach super, durchschnittliche Länge 45-60 Minuten. Meine Erfahrung: hochgradig physische Mobilität im Erhebungsprozess. Sample-Mobilität mündete in eine erhöhte Interviewteilnahmebereitschaft. Die aus Skype-Interviews resultierende physische Abwesenheit beziehungsweise das distan-zierte Setting führte, entgegen erster Befürchtungen, zu höchst persönlichen und intimen Gesprächen. Durch das Skype-Setting, vor allem durch die Möglichkeit das Interview an einem persönlichen Wohlfühlort stattfinden zu lassen, wurde eine Kommunikationssituation hergestellt, die das Preisgeben von sensiblen Erlebnissen und Themen sowie privaten Details den interviewten Personen deutlich erleichterte, was sich auch in den Gesprächsverläufen der Interviews widerspiegelt.
    Liebe Grüße
    Melanie Schreck (Uni Göttingen)

    1. Vielen Dank für den Erfahrungsbericht! Ich habe selbst in den vergangenen Monaten gute Erfahrungen mit berufsbiographischen Interviews per Telefon gemacht. Auch andere berichten mir, dass medienvermittelte Interviewsituationen (Telefon, Zoom…) oft zu sehr intensiven und erstaunlich offenen Gesprächen führen.
      Für mich verbindet sich das mit Erfahrungen, über die mir Nutzer*innen von Dating-Plattformen berichtet haben: Auch hier entstehen – trotz oder gerade wegen der medialen Vermittlung – oft schnell sehr intime und persönliche Gespräche. Ich habe das an anderer Stelle u.a. mit dem aus der Sozialpsychologie bekannten “Stranger on a train”-Effekt erklärt (Dröge 2013). Ich denke, das können wir uns auch in unserer Forschung zunutze machen.

      Dröge, K. (2013). Zur Entstehung von Intimität im Internet. Eine wissenssoziologische Untersuchung am Beispiel Online Dating (IfS Working Paper Nr. 2). Frankfurt am Main: Institut für Sozialforschung. http://​www.ifs.uni-frankfurt.de​/​wp-​content/​uploads/​IfS-​WP2-​Dr%C3%B6ge-​Intimit%C3%A4t-​im-​Internet.pdf

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